4. Teil – Einmal Abenteur und zurück

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Von l’aéroport de Biarritz Anglet Bayonne (LFBZ) über die Pyrenän nach Valadolid

Wir haben es geschafft von Frankreich über die Pyrenän nach Spanien. Hola España. Landung auf dem Flughafen Valadolid , groß und verlassen (like a ghost-airport).

Warum wir die Art unserer Berichterstattung verändert haben.

Von Valadolid nach Badajoz

Von Valadolid ging es für uns weiter bis nach Badajoz. Der große Flugplatz war genauso einsam, wie schon Valadolid. Zelten war nicht erlaubt. 😉 Hier wurde uns vom Flughafenpersonal ein Hotel empfohlen. Preis/Leistung toll. Es war ein Golfhotel mitten im nichts, viele Einheimische, eine schöne kurze Zeit.

Veränderung unserer Art der Berichterstattung – vor dem Überflug über die Pyrenäen

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Bei den Menschen, die wirklich Freude an unseren Reiseberichten haben und noch immer mit Vorfreude auf den nächsten Teil „Einmal Abenteuer und zurück“ warten, möchten wir uns kurz entschuldigen und sagen, dass es in der bisherigen Form keine persönlichen Reiseberichte mehr geben wird. Wir bedanken uns bei denen, die uns immer wieder ermutigt haben und die viel Freude beim Lesen hatten.

Durch einen guten Freund, dessen Wort uns viel bedeutet, wurde es uns erst bewusst, dass zwar viele unsere Berichte lesen, aber das die Absichten, die Interpretation und die Gefühle dabei sehr unterschiedlich sind. So sollen wohl nicht alle mit freudigem Herzen unsere Berichte lesen, sondern nach Fehlverhalten und gefährlichen, waghalsigen Situationen suchen. Es ist anscheinend bei dem einen oder anderen zu Missverständnissen gekommen, da viele Leser, gerade aus der Fliegerei, aus eigenen Erfahrungen und falschen Annahmen heraus urteilen, frei interpretieren und falsche Schlüsse ziehen.

Wie jeder weiß, kommt es immer beim Lesen durch eigene Emotionen, Erfahrungen und Ansichten zu einer eigenen freien Interpretation. Wenn der Text mehrfach nur auszugsweise weitergetragen wird, kommt es häufig zu Verfälschungen (Stille Post).

Wir haben uns ganz genau angeschaut, welche Menschen uns ermutigen, sich für uns freuen, uns ihre Begeisterung und Freude, telefonisch, schriftlich oder persönlich mitteilen. Unser Ziel mit den Berichten war es, unsere Freude zu teilen und Interesse und Begeisterung an der Fliegerei zu wecken. Wie es so bei Berichten ist, habe ich versucht, sie spannend zu erzählen, es war nicht dafür gedacht, nach gefährlichen, waghalsigen Situationen zu suchen. Die Berichte habe ich mit viel Liebe zum Detail und in vielen Arbeitsstunden erstellt.

Wir sehen nicht die Schuld bei denen die nach Fehlverhalten oder waghalsigen Situationen suchen, nicht bei denen die aus ihren eigen Erfahrungen und Ängsten heraus urteilen, auch nicht bei denen die frei interpretieren, sondern bei uns. Sie zeigen uns die Notwendigkeit zur Veränderung unserer Art der Berichterstattung auf. Daher beenden wir an dieser Stelle unserer persönliche Berichterstattung in dieser Form. Wir entschuldigen uns bei denen, die viel Freude an unseren Berichten hatten und die sich mit uns gefreut haben. Wir wissen wer ihr seid und wir haben viel daraus gelernt.

»Das bloße Aufstellen von Tugenden und Pflichten ist, wie wenn einer auf dem Klavier klimpert und meint, Musik zu machen.« Albert Schweizer

Ich hoffe, dass ihr alle uns als Besucher unserer Seite trotzdem weiter treu bleibt, wir ändern zwar die Art und Weise unsere Reiseberichte zu veröffentlichen, jedoch gibt es weiterhin viele schöne Bilder und Ausflugtipps.

3. Teil – Einmal Abenteur und zurück

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Von La Baule Escoublac nach l’aéroport de Biarritz Anglet Bayonne (LFBZ)

In der Morgensonne gibt es einen heißen Kaffee vom Gaskocher dazu süße Kekse. Nach kurzer Verabschiedung von unserem zotteligen Nachbarn „Mister Ed“, haben wir unsere Zelte abgebrochen und alles wieder in den kleinen Prinzen verstaut. Um 12: 00 Uhr geht es für uns wieder den Himmel entgegen – „Following the coastline“.

Slideshow: Von La Baule, la Rochelle, Royan, entlang der Küste

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Vor uns erstreckt sich die französische Küste, jetzt sind alle Häuser weiß. Vorbei an la Rochelle, Royan und Soulac-sur-Mer. Es folgt reichlich sattes grün, die Silberküste, aufgeforstet mit Strandkiefern, entlang 100 km langem feinen Sandstrand, der Parc Naturel Régional des Landes de Gascogne, ist eines der beliebtesten französischen Urlaubsregionen.

Wir fliegen durch ganz ruhige Luft, ein Traum, die Zeit verfliegt, wir können diesen Streckenabschnitt in vollen Zügen genießen. Wir in unserem kleinen Flieger, blicken durch das Fenster zur Welt, so surreal. Arm in Arm, hier oben, die Küste zieht an uns vorbei. Wenn ich doch die Zeit anhalten könnte, den Augenblick behalten nur für einen kleinen Moment.

Slideshow: Sandstrand, Parc Naturel bis Biscarosse

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Der Funk läuft perfekt, An- und Ummelden, die Franzosen sind bestens zu verstehen und geben klare Anweisungen. Auf Höhe Banc d´Arguin weist uns die Fis (Fluginformationsdienst) auf ein vor uns liegendes Militärsperrgebiet hin und gibt uns gleich einen Ausweichkurs mit dazugehöriger Höhe, so ein Komfort. Von oben sehen wir, mitten im Grün, eine riesige Abschussrampe, es ist die Raketentestanlage Celm in Biscarosse, ein Raketenforschungszentrum, 70 Kilometer südlich von Bordeaux, direkt an der Atlantikküste.

Dann tauchte es schon vor uns auf, die im französischem Baskenland liegende Sonnenstadt, Biarritz. Klar und deutlich zu verstehen bekommen wir die Genehmigung für den Anflug auf Biarritz per Funk. Wir dürfen die Landebahnrichtung frei wählen und einen direkten Anflug machen, sie waren sehr freundlich.

Slideshow: Flugplatz Biarritz (LFBZ)

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Der Flughafen Biarritz ist groß und wird z.B. von Air France, Easyjet, Ryanair angeflogen und von uns. 😉

Für kleine Flugzeuge gibt es heute nur noch 4 Abstellflächen, diese muss man vorher reservieren, daran hatten wir nicht gedacht. Wir tanken unseren kleinen Prinzen, heute darf unser Prinz auf der Abstellfläche übernachten. Die Abstellflächen sind alle reserviert, sie tun ihr bestes und rufen uns an, wenn der kleine Prinz noch einen weiteren Tag hier stehen darf. Vor dem Flughafen schnappen wir uns ein Taxi, wir fragen nach einem günstigen und zentralen Hotel zum Übernachten. Es ist Hochsaison in Biarritz, See- und Heilbad an der französischen Atlantikküste, aber das Glück ist mit uns.

Der Legende nach hatte das schöne junge Mädchen Miarritze einen Traum: Gott verspricht ihr, die Seele seines Dieners Martin in ihr entlegenes Land zu schicken. Er werde als bunter Vogel erscheinen, der einen Fisch mit goldenen Schuppen im Schnabel trägt, als Zeichen des Reichtums, der den armen Leuten an der Küste geschenkt werde. Die Bewohner finden einige Tage später tatsächlich einen Eisvogel. Durch Miarritze veranlasst, bauen sie Schiffe, um auf Walfang zu gehen. Eines Tages strandet ein Schiff, Miarritze nimmt die Seefahrer, die sich Biarrins nennen und aus der Gascogne kommen, auf. Sie wird die Frau des Anführers und daraus entsteht der Name der Stadt Biarritz.

Slideshow: Biarritz, Küstenstadt vor den Pyrenäen

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Ein kleines 3 Sterne Hotel mitten in Biarritz wird unser Domizil, 5 Minuten zu Fuß zum Strand, 2 Minuten Stadtmitte. Auf Empfehlung unseres Onkels Timmy, einem sehr guten Fliegerfreund und Jörgs Vater, ebenfalls ehemaliger, passionierter Flieger, mögen wir doch auf jedenfalls bei Chez Albert einkehren, wenn wir in Biarritz angekommen sind, ein tolle Fischrestaurant im Hafen, in dem sie vor 40 Jahren zusammen sehr gut gespeist haben. Noch von unserem Hotel aus reservierten wir für den Abend einen Tisch für 2 Personen. Oooh, sagte das Hotelpersonal, Chez Albert, eine exquisite Wahl.

Der Atlantik, die Küste, die Wellen, die Sonne, die Pyrenäen, wir genossen den Tag, hier tobt das Leben. Gegen Abend kehrten wir dann im Chez Albert, am alten Fischerhafen ein, draußen standen sie Schlange, wir reiten uns ein, alle ohne Reservierung wurden sofort wieder weggeschickt. Dann wurden wir an unseren Tisch geführt, schön, draußen, mit Blick auf den Hafen, im Rücken die Sainte-Eugénie Kirche.

Dann kam die französische Karte, wir schauten nach links und nach rechts, fragten den Kellner, wir bestellten, eine von den gemischten Platten (Plateaux de fruits de mer), wie alle um uns herum. Sie kam und sah einfach phantastisch aus, eine Delikatesse, doch leider nicht für uns. Alle um uns herum wahren begeistert, sie aßen Schnecken und kalten Fisch. Doch, so sehr der Gourmet jetzt mit uns schimpfen mag, für uns öffnete sich eine Schublade, wir legten 100 Euro hinein und schlossen sie wieder mit dem Wort „Erfahrung“. Weiter oben in der Stadt hatten wir einen Laden mit großer, heißer Paella Pfanne gesehen, Paella satt,  im „Le Palmarium“, mhmmm das wurde ein lustiger Abend.

Slideshow: Chez Albert

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Wir setzten uns auf eine Bank, genossen die Skyline vor den Pyrenäen, mit den Lichtern und dem Meer, Zeit zum Verweilen, die warme Luft ist toll. Ein Anruf vom Flugplatz, sie teilten uns mit, dass unser kleiner Prinz noch einen Tag länger stehen bleiben darf, dann müsste er aber definitiv weg.

Toll, denn Biarritz ist einen weiteren Tag wert. Das Wetter ist phantastisch, warm, blauer Himmel, Sonne, tolle Luft, hohe Wellen, wir stehen auf einem Markt, essen viel heißen Fisch & Spezialitäten mit Blick auf das Meer. Wir entdecken die atemberaubende Küstenlandschaft, baden an allen Stränden, riesige, tobende Wellen, sorgen hier für richtigen Badespaß. Wir hängen am Strand unseren Gedanken nach, essen Grillspezialitäten, Salat, Käse, Schinken, wie Gott in Frankreich, schlendern durch die Stadt, zum Supermarkt, kaufen wieder französische Wurst und Käse. Drehen uns im Kreis, stehen zum 2. Mal vor dem Supermarkt. Wo ist das Hotel? Abwärts geht es zum Hafen. Wir drehen eine Ehrenrunde durch Biarritz, nutzen diese jedoch für ein „Auf Wiedersehen“.

Slideshow: Biarritz, atemberaubende Küstenlandschaft

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Hohe Wellen, das Meer, Sonne, französchische Küche …  … wir nehmen Abschied bei einem Glas französichem Rotwein avec beaucoup d’amour.

Im Hotel, studieren wir die Spanien und Portugal Karte, im Salon des Hotels erstelten wir die Flugplanung für den nächsten Tag bis spät in die Nacht. Oh je, Wettervorhersage für morgen… … Ab mittag schlägt das Wetter um, alles dicht, keine erneute Wetterbesserung für die nächste Woche in Sicht, wir bestellten das Taxi für 8:00 Uhr. … Schaffen wir es noch über die Pyrenän?

… Oder endete unser Abenteuer einmal Portugal und zurück hier. Das erfahrt ihr im 4. Teil – Einmal Abenteur und zurück, bis bald.

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Von la Baule nach Biarritz

Hier geht es zum 2. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte
Von Schiphol nach Midden Zeeland nach la Baule

Hier geht es zum 1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte
Von Rendsburg vorbei an Schiphol nach Midden Zeeland

2. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte

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Von Midden Zeeland nach La Baule Escoublac

Alles eingepackt, der Flugplatz Midden Zeeland hat einen eigenen Raum für die Flugvorbereitung, via PC und Internet haben wir unseren Flugplan nach Deauville aufgegeben. Also der Tagesplan steht: Erst entlang der belgischen Küste bis nach Frankreich, dann in Deauville (LFRG) tanken und heute noch weiter bis nach La Boule am Golf von Biscaya. Da ich schon in vielen Büchern über die unbeschreiblich schöne Landschaft der Normandie und Bretagne gelesen habe, bin ich aufgeregt was mich heute erwartet.

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Nach dem Start haben wir die Grenze überflogen, auf Wiedersehen Niederlande, hallo Belgien. Wir fliegen die Küstenlinie von Belgien entlang, vorbei an Oostende einer Hafenstadt an der belgischen Nordseeküste.

Slideshow: Durch Belgien über Dunkerque bis Calais

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Belgien fliegt buchstäblich an uns vorbei und wir haben vor uns die Grenze von Frankreich die ganze Zeit im Visier. Vielleicht liegt es daran, dass Frankreich, in Fliegerkreisen, als kompliziert und anstrengend zu Fliegen gilt, die Franzosen würden nicht Funken, die Piloten sogar ignorieren und ihr englisch wäre fast nicht zu verstehen. Der Flug durch Belgien vergeht wie im Fluge 😉 und da war sie, voraus, die Grenze zu Frankreich. – Vive la france –

So ungewohnt und teils auch schwerverständlich, ich räume es an dieser Stelle ein, der Funk in Frankreich anfangs für uns ist, so ist es doch nicht auf die Franzosen, sondern eher auf uns, die zum ersten Mal durch französiche Luft fliegen, zurück zuführen, so erfordert es von uns doch höchste Konzentration.

Slideshow: Nord-Pas de Calais bis Normandie

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Gleich hinter der Grenze liegt Dunkerque mit herbem Industriecharme, doch dann beginnt sie, schon bei Callais, die traumhafte Landschaft der Küste Frankreichs. In der Ferne, weit über den Ärmelkanal hinaus kann man sie sehen, die Kreidefelsen von Dover. Vor uns die Klippen der Côte d’Opale am Rande einer Landschaft aus Weiden und Feldern. Im Zeitraffer wechseln Wolken und Sonnenstrahlen. Es geht vorbei an le Touquet.

Beeindruckend ragt der Kreidefelsen in der Somme-Bucht bei Ault vor uns empor. Am Fuß der weißen Kreidefelsen schimmert der Ärmelkanal so blaugrün und die Côte d’Opale („Opalküste“) benannt nach dem grün, blau schimmernden Edelstein, erweckt den Anschein nach Südsee. In unserem kleinen Prinzen spüren wir den starken Wind nicht, nur unsere Instrumente geben darüber Aufschluss.

Für mich spiegeln die zahlreichen Beschreibungen, in all den Büchern, die ich gelesen habe, diese Landschaft nicht wieder, so dachte ich beim Lesen doch so oft, das übertrieben wurde, doch sie ist schöner als beschrieben.

So mag es sein, dass ich nie erträumt hätte, diese Landschaft an einem Stück mit einem kleinen Flugzeug zu überfliegen, dort einmal einen Vollkreis, eine Kurve zu fliegen, wo es doch so wunderschön ist, frei durch die Luft zu fliegen. Erst die Cote Opale, dann die Normandie, vor mir liegen die Klippen von Etretat an der Alabasterküste (Côte d’Albatre) und ich schaue zu ihnen hinab. Wie zu gern würde ich es besser in Worte fassen, was ich dabei fühle.

Slideshow: Vorbei Le Havre – Landung Deauville

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Noch in Gedanken versunken, jedoch den Funk nicht ausser acht, geht es vorbei an le Havre, gerne hätte ich mehr Eindrücke von den baulichen Meisterleistungen aufgesogen, jedoch kommt jetzt unser erster Anflug auf einen französchischen Flugplatz, die Anpspannung wäschst, volle Konzentration, so schaffe ich nur beim vorbeifliegen einen kleinen Blick auf le Havre zu werfen, vor uns liegt Deauville.

Tanken ist unsere Aufgabe, das sollte nach gut zu verstehendem Funk und bester Landung doch nur eine Kleinigkeit sein. Angekommen im Büro, wird uns mitgeteilt, das wir nur mit Kreditkarte tanken können. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir haben zwar eine Kreditkarte dabei, leider auf Grunde von zu seltener Benutzung, ist uns der PIN-Code entfallen, vor unserer Reise haben wir zwar einen neuen beantragt, dieser liegt uns aber noch nicht vor. Also improvisieren. Und wer ist Meister der Improvisation? Jörg.

Ich kann gar nicht so schnell gucken, da hat Jörg schon einen gut gekleideten Herren im Visier der aus einem Learjet gestiegen war und in unsere Richtung eilt. Er spricht ihn direkt an, ob er so freundlich wäre unsere Tankrechnung mit seiner Kreditkarte zu bezahlen. Ja, das würde er machen, also nichts wie los, Jörg winkt den Tankwagen ran, Tank voll, im Büro stellt sich raus, dass der Herr gerade mit seinem Piloten aus Südafrika zurück gekommen ist, wir tauschen Bargeld gegen eine Kreditkartenzahlung, vielen Dank. Die Reise kann weitergehen. Im Restaurant verspeisen wir auf die schnelle? Ein französische Baguette, schnell etwas getrunken, Toilette gefunden und Flugplan aufgegeben.

Slideshow: Ablug Deauville – Kurs auf Dinard

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Dann wieder abgehoben, Kurs auf Dinard, wir wurden gebeten, die Kontrollzone über SD zu verlassen. Alles sah hier gleich aus. Kurskorrektur mit eingehendem Orientierungsverlust, Funk fiel aus. Funk wieder da. Und wir hörten den Controller: „You have to copy back, it is not an option.“ „We had problems with our radio.“

„Die Gefahr so groß sie auch ist, sie sich von Tag zu Tag verringert, denn jeder neue Flug trägt dazu bei, dennächst folgenden müheloser und sicherer zu gestalten.“ (Nachtflug, Antoine de Saint-Exupéry)

Von unserem Onkel Timmy, einem sehr guten Fliegerfreund, haben wir die Aufgabe mit bekommen ein Foto vom berühmten Klosterberg zu machen, also direkter Kurs auf Le Mont-Saint-Michel.

Le Mont-Saint-Michel

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Nach der Legende erschien 708 der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches mit dem Auftrag zum Bau einer Kirche auf der Felseninsel. Aber der Bischof folgte auch der mehrfach wiederholten Aufforderung nicht, bis der Engel ihm mit seinem Finger ein Loch in den Schädel brannte.

Jetzt geht es für uns quer durch Frankeich, vorbei an Rennes Saint Jaques (LFRN) mit direktem Kurs auf „La Baule Escoublac“ (LFRE) in der Bretagne am Golf von Biscaya. Immer ab- und wieder anmelden im Funk, schon anstrengend, wenn man es noch nicht gewohnt ist. Immer wieder ein anderer Franzose mit anderem Akzent, genau hinhören, mitschreiben und wiederholen.

Langsam zog ich die Anflugkarten aus der Mappe, ich wollte, die Karten, die nicht mehr benötigen zusammen stecken, wir sind kurz vor la Baule, ich ziehe die Anflugkarte nach vorne. Leicht müde von der andauernden Konzentration und jetzt schon fast 4 Stunden Flugzeit, war ich plötzlich hell wach und das Adrenalin schoss durch meine Adern.

Die Haube unseres Flugzeuges hebt ab, meine Zettel fliegen durch den Spalt an meinem Fenster vorbei, ich kann den Boden sehen, tief atmen, ich klammere mich an die Haube, ich spüre wie mir die Farbe aus dem Gesicht weicht. Jörg greift nach hinten und zieht mit einer Hand, ein Seil zum Befestigen unseres Flugzeuges zu uns nach vorne. Ich halte mit beiden Händen die Haube fest. „Flieg das Flugzeug,“ ruft Jörg. Mein Herz ist in der Hose, mit einer Hand an der Haube, versuche ich mit der anderen Hand, das Flugzeug zu fliegen, ich verliere den Kurs, dann die Höhe. Die Lucke öffnet sich noch ein Stückchen. Jörg bewahrt einen kühlen Kopf.

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„Geh wieder auf Kurs und halte die Höhe.“ Jetzt klappt es. Jörg bindet am Abwurfhebel für die Lucke das Seil fest, zieht es unter unsere beiden Sitze durch und bindet es mit einer Lasche an sein Bein, so dass er jederzeit wider aufziehen kann. Es hält, ein kleiner Spalt bleibt offen, durch den ich den Boden sehen kann. Jörg übernimmt wieder das Flugzeug, ich kralle mich trotzdem weiterhin an der Lucke fest. Noch 7 Minuten bis La Baule.

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Wir fliegen La Baule an, Landebahn 11, plötzlich ändert der Tower die Landebahn auf 29. Also kein direkter Anflug, rein in die Platzrunde, Gegenanflug, Queranflug, Endteil. Wieso jetzt? Mein Arm schmerzt, so sehr kralle ich mich an der Haube fest. Wie war das noch mit Druck, Luft, Landung, hebt sie nochmal ab? Landebahn 29 –  gelandet.

Nach der Landung, rollen wir am Restaurant vorbei und stellen unseren Flieger neben den Fallschirmspringern ab. Nach genauer Inspektion unseres Fliegers stellt sich raus, dass die Haube nicht in der Führungsschiene eingerastet war. Jörg konnte den Fehler beheben, mein Held. :-)

Slideshow: La Baule

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Langsam kommt der Hunger zurück, im Restaurant gibt es leider nur Mittags warmes Essen, also setzen wir uns auf die Terrasse schauen den Fallschirmspringern zu, das Flugplatzbistro ist sehr gut besucht, ich trinke einen heißen Kakao, Jörg ein wohlverdientes Bier. Camping am Platz ist erlaubt. Wir stellen unser Zelt hinter den Flugzeughallen auf und machen uns in der Abendsonne auf unserem Gaskocher eine Gulaschsuppe heiß.

So schlafe ich mit schönsten landschaftlichen Eindrücken, der Frage, ob unser Flugzeug ohne Haube noch weiterfliegen kann und wie lange, in den Armen meines Helden ein.

Was für ein aufregender, schöner 2. Urlaubstag. Was uns wohl alles noch erwartet…

Weiter geht es im 3. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte, ich hoffe es hat euch ein wenig Freude bereitet mit uns nach La Baule zu fliegen, bis auf bald …

Hier geht es zum 1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte
Von Rendsburg vorbei an Schiphol nach Midden Zeeland

1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte

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Von Rendsburg vorbei an Schiphol nach Midden Zeeland

Kurz zur Einleitung, wie die meisten von euch schon wissen, sind wir mit unserem alten, stoffbespanntem Holz-Flugzeug, ohne Autopilot, mit nur der geringsten Ausstattung an Instrumenten, einer Höchstgeschwindigkeit von 95 kt und notwendigen Tankstopps alle 2,5 – 3 Stunden quer durch Europa geflogen. Der eine oder andere Flieger mag uns für verrückt halten, doch wir haben an unserem Plan festgehalten, auf altmodische Weise mit Strich auf der Karte quer durch Europa.

Da ich ein Reisetagebuch geführt habe und wir so viele tolle Bilder haben, möchte ich euch nach und nach mit auf unsere Reise nehmen.

1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte

Am 17.07.2015 war es soweit, wir haben den kleinen Prinzen für unser großes Abenteuer beladen. Er hat wirklich schwer zu tragen, wir haben alles mit dabei vom Zelt, Matratzen, Bettzeug, Gaskocher, Stühle, Tisch, Topf, Bratpfanne, Tassen, Teller, Taschenlampe, Reiseapotheke, Wäscheleine, Insektenspray, von Kaffee, Gewürzen über Fertigsuppe, Klamotten für kalt und heiß, für lässig, zum Baden und schick, alles für fast 3 Wochen, Unterhaltung vom iPad bis zum guten, alten Buch.

Wer mich kennt, der weiß, wir hatten wirklich alles mit dabei, akribisch nach Liste, was man für jeden Fall so braucht.

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Der Plan stand von Rendsburg (EDXR) nach Emden (EDWE), dann die Küste entlang durch die Niederlande, über Belgien nach Frankreich bis Biarritz, dann über die Pyrenäen, durch Spanien bis zur Küste Portugals, dann die Küstenlinie weiter durch Spanien, dann durch Frankreich, Schweiz und zurück nach Deutschland. Ein grober Strich, unserer Route, zog sich über alle ICAO Karten (Jeppesen-Karten), die wir bestellt hatten. Wir haben sie durchnummeriert und gut verstaut. :-)

Karte mit der Nr. 1 – Luchtverkeersleiding-Nederland

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Los ging es, vor dem Start haben wir uns noch die Flugplatzkarte für Midden Zeeland bei Michael (Flugaufsicht Rendsburg), auf dem Turm ausgedruckt bis hier sollte die Reise heute gehen. Dann war es soweit Start Rendsburg (EDXR), leichter Regen mit Sonnenschein. Dann die 1. Landung in Emden. Rauf auf den Turm und die Landegebühr bezahlt. Ein schöner Platz, toll ausgerüstet, hier haben wir in einem extra Raum für die Flugvorbereitung unseren 1. Flugplan (Emden / Midden Zeeland) online bei der DFS (Deutsche Flugsicherung) aufgegeben.

Slideshow: Rendsburg (EDXR) – Emden (EDWE)

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Nach dem Start haben wir uns bei Groningen gemeldet, dann die Grenzüberquerung, das 1. Mal in den Niederlanden. Danach wollten wir, wie die Altflieger uns empfohlen hatten, bei Dutch Mil Info anmelden, hier gab es keine Antwort. Dann ging es für uns ohne Fluginformationsdienst mit Kurs auf das Spijkerboor VOR über das Ijsselmeer (schon ein bisschen ungewohntes Gefühl, wenn man weiß, dass wir die low level mil traffic zone in 800-1000 ft durchqueren). Es ist diesig, aber kein Militärflieger in Sicht, nur Dunst und Meer und wir.

Slideshow: Auf nach Amsterdam

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Wir melden uns bei Amsterdam (Schiphol EHAM) an, in den Niederlanden haben wir nie einen Squak erhalten. Vom Spijkerboor VOR unter der Einflugschneise von Amsterdam (Airliner in 1500 ft) in 1000 ft unter durch, zur Küste, über uns Airliner zur Landung auf Amsterdam. Die Hafenstadt Amsterdam ist die Hauptstadt und einwohnerstärkste Stadt der Niederlande.

Slideshow: Vorbei an Amsterdam zur Küste

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Wir haben die Küste der Niederlande erreicht, vom 98 km Nord-Ostssee-Kanal zum 27 km langen Nordseekanal (Noordzeekanaal). Hier liegt IJmuiden mit seinem Fischereihafen. Unmittelbar südlich befindet sich der Nationalpark Zuid-Kennemerland (Kennemerduin). Der Nationalpark zeichnet sich durch eine naturbelassene Dünenlandschaft aus.

Slideshow: IJmuiden – Einfahrt Nordseekanal

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Die Küste der Niederlande ist wunderschön, mir war gar nicht bewusst, wie schön die es hier haben (Following the coastline bei Sonnenschein). Die Niederländer scheinen Windmuscheln für sich entdeckt zu haben, einen Strandkorb sieht man hier weit und breit nicht. :-)

Slideshow: Mit den Niederländern am Strand

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Wir haben Gegenwind und fliegen mit 60 kt (Groundspeed). Wir kommen nur langsam voran, wir denken an Rolf, wir sind langsamer als die Piper. :-) Von Noordwijk, Katwijk vorbei an Den Hagg, Parlaments- und Regierungssitz und Residenz des Könighauses der Niederlande.

Slideshow: Vorbei an Den Hagg

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Schon von weitem kann man ihn sehen. Vor uns der riesige Hafen Rotterdams. Bei Rotterdam dachte ich bis jetzt immer zu erst an den schönen Song „Rotterdam (or Anywhere) von „The Beautiful South“, jetzt denke ich an eine nicht endende Fläche aus Containern, den größten Seehafen (Tiefseehafen) Europas (drittgrößter der Welt). 2014 wurden hier 445 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das Hafengebiet nimmt etwa 100 km² Fläche ein.

Slideshow: Tiefseehafen Rotterdam

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Dann vor uns der Flugplatz Midden Zeeland, ein schönes Gelände mit kleinen Restaurant am Platz, wir essen jeder einen sehr leckeren, selbstgemachten Hamburger, trotz diesem idyllischem Platz und der von uns angenommenen unkomplizierten Art der Niederländer, dürfen wir unser Zelt hier nicht am Platz aufstellen, sehr schade. Der Grund dafür ist, dass sie ein Abkommen/Arrangement mit dem benachbartem Campingplatz haben und alle Übernachtungsgäste dorthin schicken müssen, zelten ist am Platz daher nicht erlaubt. Wir sind nicht ganz begeistert, packen unsere Campingsachen zusammen, rufen ein Taxi und fahren auf den benachbarten Campingplatz „De Witte Raaf“ direkt am Veerse Meer.

Slideshow: Zelten am Veerse Meer

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Campingplatz trifft es nicht so richtig, man kann es eher Campinggelände nennen. Am Eingang verweist man uns auf den einzigen Zeltplatz am anderen Ende des Geländes, wir bitten den Taxifahrer uns dort hin zu fahren, da wir unser Gepäck unmöglich den Weg dorthin tragen können, er willigt ein.

Der Taxifahrer konnte unseren 50 € – Schein nicht wechseln, also musste Jörg mit ihm wieder zum Eingang quer durch das Gelände fahren, dort am Eingang das Geld wechseln und wieder zurück. Gut das Jörg gleich bemerkt hat, dass es nur am Eingang einen Einkaufsladen und ein Bistro gibt, daher hat er für uns schnell etwas eingekauft und ist dann mit dem Taxifahrer wieder zurück ans Ende des Geländes gefahren, wo ich in der Zeit das Zelt aufgebaut habe.

Das war unsere 1. Taxi Fahrt für insgesamt 20 €. Auf die Frage hin, ob der Taxifahrer uns morgen früh um 8:00 Uhr wieder abholen könnte, um uns zum Flugplatz zu fahren, rief er seine Zentrale an, diese verneinte. Morgen um 8:00 Uhr wäre, diese kurze Tour nicht lukrativ genug, wir könnten versuchen morgen früh anzurufen, aber vorbestellen würde nicht gehen.

Wie war das jetzt noch mit den herzlichen und unkomplizierten Niederländern? Da saßen wir nun am Ende eines Campinggeländes in den Niederlanden.

Slideshow: Campinganlage & Zeltplatz

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Schon beim Aufbau des Zeltes kam ich ins Gespräch mit einem sehr freundlichen Niederländer von gegenüber, er hatte gehört, dass wir mit einem Flieger hier sind und das hat sein Interesse geweckt. Uns wurde schnell klar, das die Camper alle mit einem Auto hier waren und so das Gelände via Auto oder Fahrrad durchqueren konnten.

Über den Mann, der die Ehre der Niederländer rettete – also doch herzlich und unkompliziert!

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Für den Hafenbereich und den Bereich am See gab es eine Karte mit der sich die Tür für das Gelände öffnen lies, unser neugewonnener, niederländischer Freund hat uns spontan seine Karte geliehen und so konnten wir bei Sonnenschein, die schöne Anlage mit vielen tollen Booten erkunden. Vielen Dank für deine Hilfe! :-)

 

Als wir zurück kamen, bat er uns an uns morgens um 8:00 Uhr mit seinem Auto zum Flugplatz zufahren, sein Wunsch war ein Foto mit unserem Flieger. DEAL!

Nach einem schönen Abend haben wir es uns in unserem Zelt gemütlich gemacht. Es ist das schönste Zelt, indem ich je übernachtet habe, es ist groß, wir haben Matratzen und eigenes Bettzeug. Vor dem Einschlafen haben wir uns noch den Film „die Unfassbaren“ auf dem iPad angeschaut, so was von gemütlich und sind dann Arm in Arm eingeschlafen.

Was für ein aufregender, wunderschöner 1. Urlaubstag. Was uns wohl alles noch erwartet…

Am morgen sind wir zeitig aufgestanden, die Duschanlage war klasse, sauber und geräumig, nach der heißen Dusche wurden wir schon herzlich mit selbstgekochtem Kaffee von unserem lieben Nachbarn empfangen, schnell gepackt und auf zum Flugplatz…

Weiter geht es im 2. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte, ich hoffe es hat euch ein wenig Freude bereitet mit uns nach Midden Zeeland zu fliegen, bis auf bald …