1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte

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Von Rendsburg vorbei an Schiphol nach Midden Zeeland

Kurz zur Einleitung, wie die meisten von euch schon wissen, sind wir mit unserem alten, stoffbespanntem Holz-Flugzeug, ohne Autopilot, mit nur der geringsten Ausstattung an Instrumenten, einer Höchstgeschwindigkeit von 95 kt und notwendigen Tankstopps alle 2,5 – 3 Stunden quer durch Europa geflogen. Der eine oder andere Flieger mag uns für verrückt halten, doch wir haben an unserem Plan festgehalten, auf altmodische Weise mit Strich auf der Karte quer durch Europa.

Da ich ein Reisetagebuch geführt habe und wir so viele tolle Bilder haben, möchte ich euch nach und nach mit auf unsere Reise nehmen.

1. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte

Am 17.07.2015 war es soweit, wir haben den kleinen Prinzen für unser großes Abenteuer beladen. Er hat wirklich schwer zu tragen, wir haben alles mit dabei vom Zelt, Matratzen, Bettzeug, Gaskocher, Stühle, Tisch, Topf, Bratpfanne, Tassen, Teller, Taschenlampe, Reiseapotheke, Wäscheleine, Insektenspray, von Kaffee, Gewürzen über Fertigsuppe, Klamotten für kalt und heiß, für lässig, zum Baden und schick, alles für fast 3 Wochen, Unterhaltung vom iPad bis zum guten, alten Buch.

Wer mich kennt, der weiß, wir hatten wirklich alles mit dabei, akribisch nach Liste, was man für jeden Fall so braucht.

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Der Plan stand von Rendsburg (EDXR) nach Emden (EDWE), dann die Küste entlang durch die Niederlande, über Belgien nach Frankreich bis Biarritz, dann über die Pyrenäen, durch Spanien bis zur Küste Portugals, dann die Küstenlinie weiter durch Spanien, dann durch Frankreich, Schweiz und zurück nach Deutschland. Ein grober Strich, unserer Route, zog sich über alle ICAO Karten (Jeppesen-Karten), die wir bestellt hatten. Wir haben sie durchnummeriert und gut verstaut. 🙂

Karte mit der Nr. 1 – Luchtverkeersleiding-Nederland

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Los ging es, vor dem Start haben wir uns noch die Flugplatzkarte für Midden Zeeland bei Michael (Flugaufsicht Rendsburg), auf dem Turm ausgedruckt bis hier sollte die Reise heute gehen. Dann war es soweit Start Rendsburg (EDXR), leichter Regen mit Sonnenschein. Dann die 1. Landung in Emden. Rauf auf den Turm und die Landegebühr bezahlt. Ein schöner Platz, toll ausgerüstet, hier haben wir in einem extra Raum für die Flugvorbereitung unseren 1. Flugplan (Emden / Midden Zeeland) online bei der DFS (Deutsche Flugsicherung) aufgegeben.

Slideshow: Rendsburg (EDXR) – Emden (EDWE)

Nach dem Start haben wir uns bei Groningen gemeldet, dann die Grenzüberquerung, das 1. Mal in den Niederlanden. Danach wollten wir, wie die Altflieger uns empfohlen hatten, bei Dutch Mil Info anmelden, hier gab es keine Antwort. Dann ging es für uns ohne Fluginformationsdienst mit Kurs auf das Spijkerboor VOR über das Ijsselmeer (schon ein bisschen ungewohntes Gefühl, wenn man weiß, dass wir die low level mil traffic zone in 800-1000 ft durchqueren). Es ist diesig, aber kein Militärflieger in Sicht, nur Dunst und Meer und wir.

Slideshow: Auf nach Amsterdam

Wir melden uns bei Amsterdam (Schiphol EHAM) an, in den Niederlanden haben wir nie einen Squak erhalten. Vom Spijkerboor VOR unter der Einflugschneise von Amsterdam (Airliner in 1500 ft) in 1000 ft unter durch, zur Küste, über uns Airliner zur Landung auf Amsterdam. Die Hafenstadt Amsterdam ist die Hauptstadt und einwohnerstärkste Stadt der Niederlande.

Slideshow: Vorbei an Amsterdam zur Küste

Wir haben die Küste der Niederlande erreicht, vom 98 km Nord-Ostssee-Kanal zum 27 km langen Nordseekanal (Noordzeekanaal). Hier liegt IJmuiden mit seinem Fischereihafen. Unmittelbar südlich befindet sich der Nationalpark Zuid-Kennemerland (Kennemerduin). Der Nationalpark zeichnet sich durch eine naturbelassene Dünenlandschaft aus.

Slideshow: IJmuiden – Einfahrt Nordseekanal

Die Küste der Niederlande ist wunderschön, mir war gar nicht bewusst, wie schön die es hier haben (Following the coastline bei Sonnenschein). Die Niederländer scheinen Windmuscheln für sich entdeckt zu haben, einen Strandkorb sieht man hier weit und breit nicht. 🙂

Slideshow: Mit den Niederländern am Strand

Wir haben Gegenwind und fliegen mit 60 kt (Groundspeed). Wir kommen nur langsam voran, wir denken an Rolf, wir sind langsamer als die Piper. 🙂 Von Noordwijk, Katwijk vorbei an Den Hagg, Parlaments- und Regierungssitz und Residenz des Könighauses der Niederlande.

Slideshow: Vorbei an Den Hagg

Schon von weitem kann man ihn sehen. Vor uns der riesige Hafen Rotterdams. Bei Rotterdam dachte ich bis jetzt immer zu erst an den schönen Song „Rotterdam (or Anywhere) von „The Beautiful South“, jetzt denke ich an eine nicht endende Fläche aus Containern, den größten Seehafen (Tiefseehafen) Europas (drittgrößter der Welt). 2014 wurden hier 445 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das Hafengebiet nimmt etwa 100 km² Fläche ein.

Slideshow: Tiefseehafen Rotterdam

Dann vor uns der Flugplatz Midden Zeeland, ein schönes Gelände mit kleinen Restaurant am Platz, wir essen jeder einen sehr leckeren, selbstgemachten Hamburger, trotz diesem idyllischem Platz und der von uns angenommenen unkomplizierten Art der Niederländer, dürfen wir unser Zelt hier nicht am Platz aufstellen, sehr schade. Der Grund dafür ist, dass sie ein Abkommen/Arrangement mit dem benachbartem Campingplatz haben und alle Übernachtungsgäste dorthin schicken müssen, zelten ist am Platz daher nicht erlaubt. Wir sind nicht ganz begeistert, packen unsere Campingsachen zusammen, rufen ein Taxi und fahren auf den benachbarten Campingplatz „De Witte Raaf“ direkt am Veerse Meer.

Slideshow: Zelten am Veerse Meer

Campingplatz trifft es nicht so richtig, man kann es eher Campinggelände nennen. Am Eingang verweist man uns auf den einzigen Zeltplatz am anderen Ende des Geländes, wir bitten den Taxifahrer uns dort hin zu fahren, da wir unser Gepäck unmöglich den Weg dorthin tragen können, er willigt ein.

Der Taxifahrer konnte unseren 50 € – Schein nicht wechseln, also musste Jörg mit ihm wieder zum Eingang quer durch das Gelände fahren, dort am Eingang das Geld wechseln und wieder zurück. Gut das Jörg gleich bemerkt hat, dass es nur am Eingang einen Einkaufsladen und ein Bistro gibt, daher hat er für uns schnell etwas eingekauft und ist dann mit dem Taxifahrer wieder zurück ans Ende des Geländes gefahren, wo ich in der Zeit das Zelt aufgebaut habe.

Das war unsere 1. Taxi Fahrt für insgesamt 20 €. Auf die Frage hin, ob der Taxifahrer uns morgen früh um 8:00 Uhr wieder abholen könnte, um uns zum Flugplatz zu fahren, rief er seine Zentrale an, diese verneinte. Morgen um 8:00 Uhr wäre, diese kurze Tour nicht lukrativ genug, wir könnten versuchen morgen früh anzurufen, aber vorbestellen würde nicht gehen.

Wie war das jetzt noch mit den herzlichen und unkomplizierten Niederländern? Da saßen wir nun am Ende eines Campinggeländes in den Niederlanden.

Slideshow: Campinganlage & Zeltplatz

Schon beim Aufbau des Zeltes kam ich ins Gespräch mit einem sehr freundlichen Niederländer von gegenüber, er hatte gehört, dass wir mit einem Flieger hier sind und das hat sein Interesse geweckt. Uns wurde schnell klar, das die Camper alle mit einem Auto hier waren und so das Gelände via Auto oder Fahrrad durchqueren konnten.

Über den Mann, der die Ehre der Niederländer rettete – also doch herzlich und unkompliziert!

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Für den Hafenbereich und den Bereich am See gab es eine Karte mit der sich die Tür für das Gelände öffnen lies, unser neugewonnener, niederländischer Freund hat uns spontan seine Karte geliehen und so konnten wir bei Sonnenschein, die schöne Anlage mit vielen tollen Booten erkunden. Vielen Dank für deine Hilfe! 🙂

 

Als wir zurück kamen, bat er uns an uns morgens um 8:00 Uhr mit seinem Auto zum Flugplatz zufahren, sein Wunsch war ein Foto mit unserem Flieger. DEAL!

Nach einem schönen Abend haben wir es uns in unserem Zelt gemütlich gemacht. Es ist das schönste Zelt, indem ich je übernachtet habe, es ist groß, wir haben Matratzen und eigenes Bettzeug. Vor dem Einschlafen haben wir uns noch den Film „die Unfassbaren“ auf dem iPad angeschaut, so was von gemütlich und sind dann Arm in Arm eingeschlafen.

Was für ein aufregender, wunderschöner 1. Urlaubstag. Was uns wohl alles noch erwartet…

Am morgen sind wir zeitig aufgestanden, die Duschanlage war klasse, sauber und geräumig, nach der heißen Dusche wurden wir schon herzlich mit selbstgekochtem Kaffee von unserem lieben Nachbarn empfangen, schnell gepackt und auf zum Flugplatz…

Weiter geht es im 2. Teil – Einmal Abenteuer und zurück bitte, ich hoffe es hat euch ein wenig Freude bereitet mit uns nach Midden Zeeland zu fliegen, bis auf bald …

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